EMORE®
Wahrnehmung wird Entwicklungs- und Lernarchitektur
EMORE® ist ein praxisbasierter Ansatz für die Arbeit mit Jugendlichen in der Schule. Gestalterische Prozesse schaffen strukturierte Lern- und Arbeitssituationen, in denen Kreativität, Selbstwirksamkeit und die Freude am Lernen erfahren und gestärkt werden können.
Wenn Lernen schwierig wird
Viele Jugendliche wissen grundsätzlich, was von ihnen erwartet wird. Unter Druck, bei Überforderung oder emotionaler Belastung kann es ihnen jedoch schwerfallen, konzentriert zu bleiben, im Lern- und Arbeitsprozess dranzubleiben und handlungsfähig zu bleiben.
EMORE® setzt genau dort an und schafft innerhalb des Bildnerischen Gestaltens einen klar strukturierten Lern- und Arbeitsraum, der Orientierung gibt, selbstständiges Arbeiten ermöglicht und die Lern- und Arbeitsfähigkeit stärkt.
Im Zentrum steht die Frage:
Wie können Jugendliche lernen, ihren eigenen Lern- und Arbeitsprozess zunehmend selbstständig zu gestalten, mit Schwierigkeiten umzugehen und auch dann handlungsfähig zu bleiben, wenn es anspruchsvoll wird?
Entwicklung findet im Tun statt
EMORE® findet innerhalb des Bildnerischen Gestaltens statt. Die Jugendlichen arbeiten eigenständig an selbst gewählten oder vorgegebenen gestalterischen Challenges und dokumentieren ihren Lern- und Arbeitsprozess fortlaufend in einem persönlichen Logbuch.
Der Ablauf folgt einer wiederkehrenden Struktur, die Orientierung, Sicherheit und Klarheit schafft:
Check-in
Zu Beginn formulieren die Jugendlichen ein fachliches Ziel im Bildnerischen Gestalten und ein persönliches Ziel für ihr Verhalten und ihren Arbeitsprozess.
Arbeitsphase
Innerhalb des Atelier-Settings arbeiten die Jugendlichen eigenständig an ihrer gestalterischen Challenge. Sie entwickeln Ideen, treffen Entscheidungen, experimentieren, begegnen Schwierigkeiten und führen ihren Arbeitsprozess weiter.
Check-out
Am Ende blicken die Jugendlichen auf ihren Arbeitsprozess zurück: Was ist gelungen? Womit hatte ich Mühe? Was nehme ich für das nächste Mal mit? Die Reflexion wird im persönlichen Logbuch dokumentiert.
Freude am Lernen wiederentdecken
Wenn Jugendliche eigene Ideen entwickeln, Entscheidungen treffen, experimentieren und ihren Weg im gestalterischen Prozess selbst weiterführen, erleben sie unmittelbar, dass ihr eigenes Handeln etwas bewirkt.
Auch Schwierigkeiten gehören dazu. Etwas gelingt nicht wie erwartet, eine Idee muss verändert werden oder Frustration entsteht. Innerhalb des klar strukturierten Lern- und Arbeitssettings können Jugendliche lernen, damit umzugehen, weiterzuarbeiten und neue Lösungen zu entwickeln.
So entstehen Erfahrungen von Kreativität und Selbstwirksamkeit nicht losgelöst vom Unterricht, sondern im konkreten eigenen Tun.
Darin liegt die Vision von EMORE®: Jugendlichen durch strukturierte gestalterische Lern- und Arbeitsprozesse zu ermöglichen, Kreativität und Selbstwirksamkeit zu erfahren – und darüber Freude am Lernen wiederzuentdecken.
Was im Prozess sichtbar und trainierbar wird
Im gestalterischen Prozess entwickeln Jugendliche eigene Ideen, treffen Entscheidungen, experimentieren und erleben unmittelbar, was ihr eigenes Handeln bewirkt. Gleichzeitig begegnen ihnen Frustration, Unsicherheit, Ablenkung oder Schwierigkeiten, die Teil realer Lern- und Arbeitsprozesse sind.
Dadurch wird das Bildnerische Gestalten zu einem konkreten Erfahrungsraum, in dem Kreativität und Selbstwirksamkeit erlebt und zugleich Lern- und Arbeitsfähigkeit, Selbstregulation und Selbstorganisation entwickelt werden können.
Wahrnehmung und Selbstwahrnehmung
Den eigenen Zustand und das eigene Verhalten bewusster wahrnehmen.
Selbstregulation
Mit Frustration, Unsicherheit oder Überforderung umgehen und wieder handlungsfähig werden.
Selbstorganisation
Eine Aufgabe strukturieren, Entscheidungen treffen und Verantwortung für den eigenen Arbeitsprozess übernehmen.
Reflexion
Erfahrungen aus dem konkreten Tun wahrnehmen, einordnen und daraus lernen.
Zusammenarbeit
Sich innerhalb gemeinsamer Arbeitsprozesse orientieren und das eigene Verhalten in Beziehung zu anderen wahrnehmen.
Aus der Praxis mit Jugendlichen entstanden
EMORE® ist aus meiner langjährigen Praxis im Bildnerischen Gestalten, aus der Schulinselarbeit sowie aus der Begleitung von Jugendlichen in herausfordernden Situationen entstanden.
Als Künstler, Fachlehrperson für Bildnerisches Gestalten und systemisch-lösungsorientierter Coach interessiert mich dabei besonders die Verbindung von Gestaltung, Lernen, Selbstregulation und Entwicklung.
Über die Jahre haben sich aus dieser praktischen Arbeit wiederkehrende Strukturen und Beobachtungen herausgebildet. Daraus ist EMORE® als prozessorientierter Unterrichtsansatz entstanden.
Jetzt soll dieser Ansatz unter konkreten schulischen Bedingungen weiter erprobt, präzisiert und ausgewertet werden.
Der nächste Schritt: EMORE® in der Praxis weiter prüfen
EMORE® ist aus langjähriger schulischer Praxis entstanden und liegt heute als konkreter prozessorientierter Unterrichtsansatz für das Bildnerische Gestalten auf der Sekundarstufe I vor.
Der nächste Schritt ist, den Ansatz gemeinsam mit geeigneten Praxis- und Wissenschaftspartnern unter konkreten schulischen Bedingungen weiter zu erproben, zu präzisieren und auszuwerten.
Im Zentrum stehen dabei Fragen wie:
— Wie wirkt sich EMORE® auf die Lern- und Arbeitsfähigkeit der Jugendlichen aus?
— Wie erleben Jugendliche Selbstwirksamkeit innerhalb der gestalterischen Prozesse?
— Welche Bedeutung haben die wiederkehrende Struktur, die individuellen Ziele und das persönliche Logbuch?
— Was unterstützt Jugendliche dabei, selbstständiger zu arbeiten und mit Schwierigkeiten konstruktiver umzugehen?
— Unter welchen Bedingungen lässt sich der Ansatz sinnvoll in den schulischen Alltag integrieren?
Rahmen für die Erprobung
EMORE® wird auf der Sekundarstufe I innerhalb des regulären Bildnerischen Gestaltens erprobt.
Die Jugendlichen arbeiten in einem klar strukturierten Atelier-Setting an selbst gewählten oder vorgegebenen gestalterischen Challenges. Sie setzen sich fachliche und persönliche Ziele, dokumentieren ihren Prozess im eigenen Logbuch und reflektieren ihre Erfahrungen regelmässig.
Dauer, Umfang und konkrete Ausgestaltung werden gemeinsam mit der beteiligten Schule und dem Wissenschaftspartner auf die jeweiligen schulischen Bedingungen abgestimmt.
Ich suche Partner für den nächsten Schritt
Praxispartner
Eine Schule der Sekundarstufe I (Zyklus 3), an der EMORE® im Bildnerischen Gestalten unter konkreten schulischen Bedingungen erprobt und gemeinsam weiterentwickelt werden kann.
Wissenschaftspartner
Eine Pädagogische Hochschule oder eine geeignete Fach- bzw. Forschungsperson, die die Erprobung wissenschaftlich begleitet und bei deren Konzeption und Auswertung mitwirkt.
Sie arbeiten mit Jugendlichen oder beschäftigen sich mit Lern- und Entwicklungsprozessen und sehen eine mögliche Verbindung zu EMORE®?
Lassen Sie uns darüber sprechen.
Miroslav Miro Jurendić
Dipl. Künstler HGK · Coach / Supervisor / Organisationsberater bso in Ausbildung